Dienstag, 4. September 2012

Glemseck 101 - 2012 - ich war dabei

Die letzten Nebelfetzen hingen noch in den Bäumen, als ich um neun Uhr morgens mit einem vollgepackten Auto am Glemseck ankam. Im Schneckentampo steuerte ich durch die ersten Aussteller, die ihre Motorräder und Ware rangierten und zirkelte um geparkte Biks herum bis ich an der "Ladies-Mile" ankam. Bikerlady Tanja Müller war schon da und drappierte liebevoll ihre T-Shirts. Meine Sachen waren schnell aufgebaut und so warteten wir gespannt darauf, was uns der Tag bringen mochte.


Mit lautem Getöse rasselten die ersten Cafe-Racer an uns vorbei. Sah schon nostalgisch aus, wie die großen Jungs mit ihren Conehead-Helmen, die von Bartkoteletten gehalten wurden, mit Jeans und Nietenlederjacken im John-Travolta-Stil auf viel zu kleinen Maschinen saßen. Aber es machte ihnen sichtlich Spaß, die 60th wieder aufleben zu lassen. 

Triumph und Ducati waren die vorherrschenden Marken. Aber auch Nortons und süße Vespas knattern durch die Menschenmenge. Auffällig waren die vielen älteren Herrn in BMW-Vollmontur, deren Augen fast wehmütig an den kleinen Maschinen hingen. Wurden da Erinnerungen an die eigene Sturm- und Drangzeit geweckt? Wolltet ihr immer zu den coolen Jungs gehören, die lässig rauchend wie James Dean bei den Mädchen Eindruck machten? Ein lauter Knall mit kurz darauf folgendem Gummigestank riss mich aus den Gedanken. Obwohl sich Glemseck 101 von den Besuchern und dem Programm deutlich von anderen Motorradmessen unterscheidet, schient diese eine Sache bei keinem Open-Air-Festival fehlen zu dürfen. Der weiße Qualm vom gerade durchgeführten Burn-Out verflüchtigte sich und ich frage mich, was das soll. Was reizt Männer daran, einen Reifen so lange auf ein Holzbrett zu schmieren bis er platzt?

Es wurde leerer und ich hatte eine Ahnung warum. Alle gingen zum Cafe-Racer Rennen. Der Regen hörte auch gerade rechtzeitig auf. Mit meiner Kamera bewaffnet machte ich mich ebenfalls auf den Weg zur 1/8-mile-Rennstrecke. Eine Sängerin mit Gitarre und toller Stimme verkürzte uns die Wartezeit. Wir lauschten den Worten des Moderators, der das ungewöhnlichste Flag-Girl aller Zeiten ankündigte: die Frau Bürgermeisterin. Sie gab ihr Bestes doch ich vermisste den "Das-war-Spitze"-Startsprung. Sobald sie die Flagge geschwenkte, düsten die ersten Kandidaten los. Als Zushauer finde ich das Rennen nicht so spannend, als Teilnehmer macht es sicher mehr Spaß.

Von den weiteren Highlight kriegte ich nicht mehr viel mit, denn als Aussteller war ich die meiste Zeit am Stand. Am nächsten Tag war das Wetter deutlich besser. Jetzt wurden auch die Harleys aus den Garagen gelassen und zum Glemseck gefahren. Am Sonntag kamen wesentlich mehr Beucher und ich freute mich über die vielen Fans, die fembike schon kennen. Nächstes Jahr sind wir sicher wieder dabei.





Weitere Bilder zum Glemseck 101 findest Du auf unserer facebook-Seite: http://www.facebook.com/fembike

Infos zur Veranstaltung: http://www.glemseck101.de/wordpress/