Mittwoch, 28. Juli 2010

Frauentrainings bei Harley-Davidson

(Bild: bikerszene.de)
Die Harley-Davidson Academy of Motorcycling wirbt für die nächste Saison mit einem Frauentraining. Wieder einzusteigen oder einfach mehr Sicherheit beim Fahren zu erlangen sind das Ziel. Sogar eine Trainerin wurde engagiert: Nathalie Alversleben.

"Klasse Sache", denke ich mir und folge dem Link auf die Homepage von HD. In Erwartung das Thema groß aufgemacht zu finden, werde ich herb enttäuscht. Ich finde Trainings - aber Frauentrainings? Fehlanzeige. Dafür sind die Termine von 2009 noch online. Ich gebe nicht auf und gehe auf die Seiten des Robinson Clubs, der als Partner genannt wird. Auch dort nichts von Frauentrainings zu finden. Hat bikerszene, die Quelle meiner Information, da etwas falsch verstanden?

Also rufe ich den genannten Ansprechpartner an, habe ein sehr nettes Gespräch und erfahre, dass die Termine für 2011 noch nicht online sind, dass elf Prozent der Harleys von Frauen gefahren werden (Respekt!) und, dass es auch 14-Tage Führerscheinkurse gibt, die vor allem bei Frauen beliebt seien. Das kann ich gut verstehen, denn warum nicht den Urlaub nutzen und den Motorradführerschein machen. Andere büffeln für einen Segelschein im Urlaub und können dann nicht mit ihrem Schiff nach hause fahren - mit der Harley aber schon.

Also, hier noch einmal die Eckdaten:
  • "Ladies-only"-Motorradfahrtraining exklusiv für Frauen
  • Veranstalter ist die Harley-Davidson Academy of Motorcycling
  • vom 20. bis 22. Mai 2011
  • im ROBINSON Club Fleesensee (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Ansprechpartner: Günther Kanz unter 0151 12435545

Dienstag, 27. Juli 2010

Karlsruher Motorradhändler solidarisieren sich

Der Spruch "Konkurrenz belebt das Geschäft" hat vor allem für den Verbraucher Vorteile. Denn der Kampf um den Kunden wird häufig über den Preis ausgefochten, der entsprechend gesenkt wird. Diese Strategie kann jedoch für einzelne Händler verherend sein. Niedrigere Preise verringern die Einnahmen, doch die Kosten bleiben und wollen nach wie vor gedeckt werden. Und zum Leben muss auch noch etwas übrig bleiben.

Wer sich an der Geiz-ist-geil-Strategie nicht beteiligen will, muss einen anderen Weg gehen: Coopetition ist eine gute Lösung. Die Angebote bündeln und Synnergien nutzen. So machen es die Motorrad- und Zubehörhändler in Karlsruhe. Hinter dem Portal www.moto24.de stecken fünf Unternehmen aus der karlsruher Motorradbranche. Ihr Ziel ist es, ein größtmögliches, qualitativ hochwertiges Sortiment rund um das Thema Motorrad zu bieten. Dazu gehören sowohl ein umfassendes Zubehörprogramm als auch Originalzubehör u.- bekleidung von namhaften Motorradherstellern.


Natürlich habe ich mir als erstes die Angebote für Frauen angeschaut. Sie sind gut beschrieben und die Bilder vergrößern sich beim Anklicken - so wie ich es von einem Webshop erwarte. Die sofortige Aufteilung in Damen und Herren mit gleichen Unterkategorien finde ich gut und übersichtlich. Es gibt einige Unisex-Produkte, die bei Damen und Herren gleichermaßen auftauchen. So muss man vor allem bei T-Shirts und Pullovern genau hinschauen, wenn man einen Damenschnitt bevorzugt.

Dienstag, 13. Juli 2010

Amazonentreffen 2010

War das schön - mit lauter interessanten Frauen Motorrad zu fahren. 13 Amazonen trafen sich im Hotel zur Post in Altenahr in der Eifel. Ich war sehr neugierig auf die anderen Teilnehmerinnen, wie ist ihr Fahrstil, kann ich mithalten, sind wir eher langsam unterwegs, Zickenterror, Männerhasstiraden?

Das Thema Frauentouren hatte ich bereits in einigen Foren zur Diskussion gestellt und bekam auch sehr kontroverse Antworten. Von Männern, die sich ausgegrenzt fühlten und Frauen, die lieber mit Männern fahren, Verständnislosigkeit auf beiden Seiten. Aber es gab auch viele offene Antworten von Frauen und Männern, die von ihren Erlebnissen berichteten und die durchaus die Vorteile und einen Sinn in getrennten Gruppen sehen - ohne in einen Geschlechterkampf einzusteigen.

Etwas verspätet und ziemlich verschwitzt (es waren bereits fast 30 Grad), traf ich mich mit Karin am Autobabahnparkplatz "Trollmühle" an der A 61. Wir kannten uns bis dahin nur über xing und per Telefon, waren aber sofort auf einer Wellenlänge. Wir besprachen, welche die schönste Strecke zum Hotel sein wird und fuhren gemeinsam weiter. Dank GPS an Karins KTM kamen wir gut voran. Auch Straßensperren und kleine Wanderwegchen waren keine wirklichen Hindernisse. Ich übernahm das letzte Teilstück, ab da, wo man sich nicht mehr verfahren kann, und wir erreichten Altenahr ohne Probleme.
Das Hotel war von der Ausstattung einfach. Die Zimmer zur Straße leider etwas laut. Und ein Leuchtschild vor meinem Fenster lud unzählige Motten zu einem ausgiebigen Rundflug in meinem Zimmer ein. Diese kleinen Unwegbarkeiten wurden allerdings durch die freundlichen Mitarbeiter in Küche und Service wieder wett gemacht. Chefin und Chefkoch hatten am gleichen Tag Geburtstag und da haben die Amazonen natürlich ein Ständchen zum Besten gegeben. Außerdem gab es keine Probleme seitens der Küche bei meinem Wunsch nach vegetarischem Essen. Überhaupt, waren Menü und Buffet lecker und vielseitig in der Auswahl.
Die Ausfahrt am Samstag startete ohne Verzögerung. Schnell war die Reihenfolge festgelegt und Barbara führte uns sicher durch kurviges Gelände, vorbei an Weinbergen und durch Wälder über schöne weite und schmale Straßen, durch Serpentinen und Wiesen. Das Tempo war so, dass jede gut mitkam. Die Schnelleren ließen sich zurück fallen und schlossen wieder auf. Die norddeutsche Fraktion freute sich über dreidimensionale Kurven. In den Pausen schwitzten und schwatzten wir, bis der Regen einsetzte. Meine Kawa wollte dann nicht mehr so richtig fahren. Sie ruckelte und ich hatte ein mulmiges Gefühl. Schnell war klar, dass sie Wasser zieht. Wir kamen trotzdem alle heil im Hotel an. Ich hatte das Gefühl, dass alle dankbar waren, zu dieser Gruppe zu gehören und sich freuen, ihre Erlebnisse mit den anderen zu teilen. Von Zickenterror oder Männerhass keine Spur.

Die Gruppe entpuppte sich als fulminater kleiner Haufen mit weitangereisten Teilnehmerinnen. So ging der Long-Rider-Pokal nach Berlin, den Pechvogel bekam Melanie. Sie hatte das Treffen organisiert und stürzte einen Tag vor Abreise so unglücklich, dass sie mit dem Zug anreisen musste. An Motorrad fahren war leider nicht mehr zu denken.

Woran wir aber dachten, war Spaß zu haben. Nicht nur beim Fahren sondern auch danach. Am Samstag spielte Deutschland gegen Argentinien und gewann 4:0. Das haben wir natürlich kräftig gefeiert. Auch Benzingespräche gab es: Tipps zum Fetten der Kette, welche Reifen man fährt, das Kurvenverhalten der eigenen Maschine, Sicherheitstrainings, Urlaubserlebnisse ... Aber auch Familie und der Job waren Themen.

Zurück ging es für mich gemeinsam mit Monika, die aus Kiel in die Eifel gefahren war und mit ihrem Partner, der am Sonntag zu uns gestoßen ist. Wir sind durch die Pfalz geflitzt mit Mittagspause am Johanniskreuz, durch das schöne Elmsteiner Tal zurück nach KA. Ich bin direkt zum Motorradstammtisch weiter gefahren und habe stolz von meiner ersten Amazonentour berichtet.

Ich freue mich schon auf das Treffen im nächsten Jahr. Dann geht es für die Amazonen nach Berlin. Weitere Infos findet Ihr in xing und auf ladies-on-wheels


Montag, 12. Juli 2010

Motorradbekleidung bei Ladenzeile.de

Das "shop-in-the-shop" System, das wir von Warenhausketten kennen, hat seinen Weg ins Internet gefunden. Unter www.ladenzeile.de findet Ihr nützliche Artikel von bekannten Marken: Schuhe, Taschen, Sport, Kosmetik und - Motorradbekleidung!


Als Marktplatz führt Ladenzeile.de verschiedene Stores unter einem Dach zusammen. Viele der Motorrad-Artikel stammen aus dem Sortiment von Louis. Gut finde ich die übersichtliche Suche und das breit aufgestellte Angebot. Leider dauerte es bei mir sehr lange, bis sich die Bilder aufgebaut haben.

Ansonsten finde ich es natürlich toll, dass es in einem Portal, das Frauen zur Zielgruppe hat, unter Sport, die Kategorie Motorrad gibt. Es scheint sich rumzusprechen, dass Frauen im Internet shoppen und Motorrad fahren :)

Mittwoch, 7. Juli 2010

Gastbeitrag: Kooperation statt Konfrontation

Meine Freundin Annette engagiert sich seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen für die Gleichstellung von Mann und Frau. Ihre umfangreichen Erfahrungen bringen kuriose Geschichten und nachdenklich machende Begegnungen hervor. Heute hat sie für uns  zusammengefasst, an welchen Stellen wir vor allem in unseren Köpfen blockiert sind und welche Knöpfe wir drücken können, um unser Bewusstsein zu schärfen und einen Wandel zu erreichen – vorausgesetzt, wir wollen das.
Ich wünsche eine spannende Lektüre. Wir beide freuen uns über zahlreiche Kommentare.

Über die Autorin:
Annette war eine frühe Zigeunerin, die bereits als Kind viele Male umgezogen ist. Nach ihrem Studium forschte sie zunächst als Molekularbiologin, entschied sich dann jedoch für die internationale Politik mit Stationen in Tallinn, New York und Rio de Janeiro. In New York verhandelte sie bei den Vereinten Nationen u.a. über die Menschenrechte von Frauen und Gendermainstreaming. Sie befasst sich auch mit Fragen des Bewusstseinswandels, mystischen Traditionen und meditativen Techniken.



Kooperation statt Konfrontation 

Feminismus - ist das nicht ein Thema, das schon lange als überholt gilt? Gehört es nicht zum guten Ton von Frau, sich von lila gekleideten Männerhasserinnen zu distanzieren? Die gute Nachricht ist, dass der Geschlechterkampf tatsächlich nicht das Mittel ist, um Geschlechtergerechtigkeit zu erzielen. Kooperation und Bewusstseinswandel sind hier die Stichworte. Die schlechte Nachricht ist, dass weibliche Menschen alles andere als gleichberechtigt sind.

Vor wenigen Monaten zirkulierten die offiziellen Daten zu Gewalt gegen Frauen und Lohn- und Einkommensunterschieden in Deutschland, nachzulesen auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und siehe da - international sieht es zum Teil düster aus und Deutschland steht nicht etwa sehr gut da. Insofern ist es keine Verschwörungstheorie anzunehmen, dass hinter den vollmundigen Verkündungen, dass in Deutschland die Emanzipation verwirklicht wurde, vielleicht doch "harte" Interessen stehen. Überlegen wir einmal:  Wer kann verlieren, wenn mehr Frauen in wichtige Positionen kommen? Und welche Frauen trifft möglicherweise die Erkenntnis hart, dass es einige Geschlechtsgenossinnen wider Erwarten doch geschafft haben? Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Patriarchalische Denkweisen regieren in den Köpfen von Männern und Frauen. Daher macht auch der Geschlechterkampf keinen Sinn.

Nein, es geht um die Frage, warum wir in einer Welt leben, in der  Ressourcen wider besseres Wissen ausgebeutet werden, Menschenrechte und insbesondere die von Frauen mit den Füßen getreten werden, die Natur - unsere Lebensgrundlage - allmählich in die Knie geht und der Hitzeschlag sie auf absehbare Zeit umhauen wird. Was ist wichtiger: Reichtum und Machtfülle oder Partizipation, Wasser und saubere Luft? Ja, diese Frage haben wir schon oft gehört, doch haben wir die Konsequenzen verstanden? Denn Konsequenzen müssen wir ziehen, egal ob Frau oder Mann.

Was hat das aber mit dem Patriarchat zu tun? Patriarchat ist eben nicht nur die Unterdrückung von Frauen, auch wenn dieser Aspekt überlebenswichtig für die patriarchalische Denkweise von Menschen - Frauen und Männern - ist. Patriarchat ist eine Geisteshaltung, die auf Ängsten beruht. Aus der Angst entsteht die Auffassung, dass ich nur überleben kann, wenn ich mich vor der bösen Welt da draußen schütze. Und schon ist die win-loose Attitüde geboren: Denn nur wenn ich mir von all den Übelwollenden oder aber auch den vermeintlich Schwächeren das hole, was ich brauche und zur Sicherheit ein wenig mehr, kann ich gut überleben. Doch hier gibt es einen Denkfehler: Je mehr Menschen diese Sicht verinnerlichen, umso mehr liebe Mitbürger wollen einen tatsächlich ausbeuten. Und genau dadurch entwickelt sich die Welt zu der Kampfarena, die wir täglich in den Nachrichten sehen können.

Wird alles besser, wenn die Frauen an die Macht kommen? Darum geht es nicht wirklich. Denn was wir brauchen ist der Bewusstseinswandel, die Einsicht, dass win-win möglich ist, dass es immer Lösungen gibt, von der alle Seiten profitieren. Leben wir mit dieser Philosophie, ist die gleichberechtigte Existenz aller nicht mehr in Frage gestellt. Es wird selbstverständlich, dass man sich von der und dem anderen nicht mehr abgrenzt, sondern über Kooperation sein Leben bereichert. Sagt nicht jeder gute Unternehmer, dass sich Teamwork auszahlt?

Ist dies gesellschaftspolitisch gesprochen Utopie? Solange wir in den guten alten patriarchalischen, angstgesteuerten Mustern denken – ja. Egal, was dann in Zeitungen, in politischen Absichtserklärungen und in Blogs wie diesem hier steht. Die Frage sei erlaubt: Wer fühlt sich so richtig gut und entspannt mit dem derzeitigen Lebensgefühl? Frauen mögen da insofern manchmal ein Schrittchen voraus sein, weil sie nun einmal nicht unbedingt die Trumpfkarte gezogen haben und wenn überhaupt, sich nur mit harter Arbeit ihr Plätzchen an der Sonne erkämpfen. Mal ganz ehrlich: erscheint es nicht manchmal ein wenig widersinnig und ungerecht, so hart kämpfen oder sich in sein Schicksal ergeben zu müssen, nur weil man mit 2 Brüsten und mehr Körperfett ausgestattet wurde?

Ich glaube, dass dieser Gedanke in der einen oder anderen Form jeder Frau schon einmal durch den Kopf gegangen ist. Daher ist es womöglich nicht ganz verkehrt, in Frauen eher Agenten des Wandels zu vermuten als in relativ gesehen doch privilegierteren Männern, denen ein Systemwandel auf den ersten Blick Nachteile bringen könnte. Auf den zweiten eben nicht, denn wie bereits oben gesagt, von Kooperation profitieren mehr Menschen, unabhängig vom Geschlecht. Die Alternative kann nicht eine weitere geschlechterdiskriminierende Herrschaftsform nur unter anderen Vorzeichen sein. Somit: Wir alle müssen umdenken. Und das kann mit Humor geschehen, sogar richtig Spaß machen und abenteuerlich sein!