Freitag, 25. Juni 2010

Bin beeindruckt vom Womens Motorcross World Championship

Das Thema Motocross und Off-Road habe ich bisher nur am Rande gestreift. Außer Tina Meier, die sich mit ihrer Maschine durch Staub und Dreck quält, und eigenen Erfahrungen in Australien, die allerdings schon 15 Jahre zurück liegen - oh jeh, ich werde alt - hatte ich mit Motorrad fahren abseits von Straßen nicht viel zu tun.

Als ich jetzt über das Video vom Womens Motorcross World Championship 2010, der in Teutschnethal stattfand, gestolpert bin, war ich schwer beeindruckt. Die Frauen sind so jung und so mutig! Schaut Euch das Video an und Ihr wisst, was ich meine.

Homepage von der Gewinnerin Larissa Papenmeier

Hintergrundinfos und Bilder

Montag, 21. Juni 2010

Lust auf ein SCHUH-ting?

Eine witzige Idee auf carantaine.de. Zum Test eines gräumigen, schuhschrankähnlichen Koffersystems an einer Honda CBF1000 lädt die Agentur Mind Store Media aus München zu einem Foto-Schuh-ting ein. Frauen werden gebeten, ihre Schuhe mitzubringen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt.

Hier geht´s zum Beitrag und zur Anmeldung
(Bild: carantaine.de)

Unterschriftenaktion für mehr Frauen in Führungspositionen

Über Frauen-Quoten wird bereits seit den 80er Jahren viel diskutiert. Offensichtlich scheint sich Gender Mainstreaming ohne Quote nicht durchsetzen zu lassen. So hat das Frauenmagazin Cosmopolitan eine Unterschriftenaktion an Bundesministerin Kristina Schröder gestartet.

Mit Deiner Unterschrift unterstützt Du die Forderung nach einem Gesetz, das Unternehmen vorschreibt, mindestens 40% der Führungsjobs mit Frauen zu besetzen. Wer unterschreibt, deren Name landet direkt auf Schröders Schreibtisch.

Hier kannst Du mitmachen: Das Ausfüllen dauert keine 30 Sekunden: www.cosmopolitan.de/job-und-karriere/frauen-quote

Wikipedia: Gender Maistreaming

Frauke gewinnt Ladies-Cup bei der GS-Challenge

... nein, nein, nicht ich. Frauke Hacker ist die abenteuerlustige Gewinnerin. Ich gratuliere ihr zum gewonnenen Ladies-Cup bei der der GS-Challenge 2010 in Niedereschbach.

Zum ersten Mal bei der Veranstaltung gab es dieses Jahr eine Damenwertung. BWM bewarb "(...) alle Enduro begeisterten Ladies, die dem starken Geschlecht zeigen wollen, dass Frauen keineswegs schlechter, vielleicht aber klüger Motorrad fahren." Ich hab´s schon immer gewusst. Und es kommt noch besser: "Schließlich sind bei der BMW Motorrad GS Challenge Germany Eigenschaften wie Orientierungsvermögen, Teamfähigkeit und Geschicklichkeit gefragt und die richtige Navigation sowie eine clevere Planung sind der Schlüssel zum Erfolg. (...)", danke BMW. Von wegen Frauen hätten keinen guten Orientierungssinn und könnten keine Karten lesen. Alles stereotype Vorurteile.

Wieviele Frauen nun am Start waren, konnte ich leider nicht herausfinden. Immerhin hat es eine Frau in die Top 20 geschafft. Die Challenge war nach Angaben der Veranstalter bei allen Teilnehmern ein voller Erfolg. Und unabhängig davon, ob man nun einen Preis gewinnt oder nicht, stehen der Fahrspaß, das Überwinden von eigenen Grenzen und das Erlebnis im Vordergrund.

Weitere Infos findet ihr hier:
www.suedkurier.de
www.touratech-video.de
www.bmw-motorrad.de/gschallenge_2010
www.adventure-magazin.de/gs_challenge_2009

Sonntag, 20. Juni 2010

Großzügige Bikerin bei Harley-Davidson

Während sich Kronprinzessin Viktoria und ihr Prinzgemahl Daniel Westling das Ja-Wort geben, erlebe ich ein Abenteuer ganz anderer Art. Zur Vorbereitung auf meinen gewonnenen Florida-Trip im Oktober, will ich mir schon mal meine Harley anschauen. Eine Softale, wie sie mir Erik von Eagle-Adventure-Tours empfohlen hat.

Da ich ja zur Fraktion der sicherheitsbewußten, niemals-ohne-Helm-und-Ritterrüstung-Fahrenden gehöre, arbeitet es innerlich in mir. Klapphelm auf Harley - uagh, sieht irgendwie komisch aus. Zum richtigen Harley-Feeling gehören in meiner Vorstellung Jeans und ein T-Shirt. Um dem annährend gerecht zu werden, entstaube ich zuerst meine Bikerboots, die ich schon sein 15 Jahren besitze, und begebe mich zu unserem örtlichen Harley-Händler.

Zunächst fühle ich mich etwas deplatziert. Niemand spricht mich an. Wahrscheinlich sieht man mir an, dass ich eigentlich einen Reiskocher fahre. Jedenfalls traue ich mich, auf allen Harleys Platz zu nehmen und überlege, ob ich mich zu einer Probefahrt anmelden soll. Ich versuche den Ständer einzuklappen und merke, dass mein Bein dafür zu kurz ist. Auch der Lenker ist so riesig, dass ich nicht am Lenkanschlag fahren kann. Und das Gewicht von über 300 kg merke ich sofort. Erste Zweifel und Schweißperlen machen sich bemerkbar.

Aber dann passiert etwas, womit ich nie gerechnet hätte. Wenn ich schon nicht von den Verkäufern angesprochen werde, dann doch wenigstens von einer Kundin. Ute, wie sich später heraus stellt, ist ganz begeistert von ihrer Harley und rät mir unbeding die Softail zu nehmen. Ich erzähle ihr von der geplanten Reise und spontan bietet sie mir an, eine Runde auf ihrem Bike zu drehen!

Schluck! Jetzt wird´s ernst. Ich habe weder Helm noch Jacke noch sonst erwas von meiner Ausrüstung dabei. Egal. Ich tu´s einfach. Utes Mann wendet die Maschine für mich und ich sitze auf. Ja, bequem ist sie, ich komme auch gut mit den Füßen auf den Boden. Wo muß ich starten? Aha, ein Knopf am Tank. Die Amaturen sind etwas spärlich. Ein Tacho, sonst nichts. Mehr brauche ich auch nicht. Und immerhin eine digitale Anzeige des Tageskilometerstands (hat meine Maschine nicht).

Ich starte. Unter mir blubberts. Das kann ja heiter werden. Die ersten Meter sind zaghaft. Ich muss ziemlich viel Gas geben um die - wieviel Kubik? - 1300? - zum Fahren zu bringen. Dann kommt schon die erste Kreuzung und ich muss mich entschieden: rechts oder links? Gerade in diesem Moment fährt ein Polizeiauto vorbei. Und ich habe keinen Helm auf. Zum Glück interessieren sie sich nicht für mich. Also entschließe ich mich für rechts, um mich nach 20 Metern doch wieder umzuentscheiden. Grrr - illegales Wenden mit 300 kg unterm Hintern, die mir nicht gehören. Aber es klappt erstaunlich gut. Die Harley blubbert zügig in die von mir gewünschte Richtung. Die Scheibe ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie genau in Augenhöhe ist. Ich konzentriere mich auf die Straße weit vor mir. biege ab, wende an einem Erdbeerstand und versuche, den Weg zurück zu finden.  Und was soll ich sagen: es macht tierisch Spaß.

Wie lange ich unterwegs war, weiß ich nicht. Wahrscheinlich unhöflich lange. Ute ist nicht verärgert. Ich bringe ihr Bike hiel zurück, bedanke mich euphorische 1000 Mal und bin überglücklich. Ich fühle mich wie Renegade. Ihr wisst schon, Lorenzo Lamas aus der gleichnamigen 90er-Jahre Serie, der immer ohne Helm, also genauso wie ich, mit seiner Chrom-und-Flammen Harley quer durch die USA gedüst ist und Verbrecher gejagt hat. Nur hatte der nie zerzauste Haare... .

Gender-Gedanke in der Motorradszene

Es tut sich was in der Motorradbranche. Während in vielen Szenemagazinen und Branchenmedien Frauen nach wie vor das blonde Zubehör zur Erfüllung von Männerträumen sind, frei nach dem Motto "sex sells", verpassen Hersteller und Anbieter die Chance, die intelligente Bikerin als Kundin zu gewinnen. Eine Gruppe, die sich in den letzten 10 Jahren im Schattendasein einer männlich dominierten Szene gebildet hat.

Ich gehöre zu dieser Gruppe und mache mir nun intensiv Gedanken, wie sich das Miteinander von Männern und Frauen in der Motorradszene optimieren lässt. Dabei ist es mir wichtig, die eigene Identität zu entdecken und mit diesem Bewußtsein aus klischeebehafteten Rollen herauszutreten und etwas Neues zu erschaffen. Das gilt übrigens gleichermaßen für Frauen und für Männer.

Im meinem Beitrag "Gender-Mainstream in der Motorradszene", der auf carantaine.de veröffentlicht wurde, habe ich meine Gedanken zusammengefasst und freue mich, wenn Ihr kräftig mitdiskutiert.

Hier geht´s zum Beitrag.

Dienstag, 15. Juni 2010

Vorausfahren - wo die Angst ist, ist der Weg

Irgendwann musste es ja mal sein, dass ich mich aus dem Schutz der Gruppe heraus wage und als Guide voraus fahre. Und nicht nur das. Zuerst musste ich mir eine Strecke zusammensuchen. Start und Ziel waren klar. Es sollte ins Saarland gehen, ein Besuch auf der Emmes in Saarlouis mit Übernachtung in Saarbrücken. Doch bevor ich die Strecke mit Google Maps ermitteln und anschließend in meine Karte übertragen konnte (s. Bild), musste ich mich zuerst ein paar Ängsten stellen:
  1. Ich könnte mich verfahren, orientierungslos in der Gegend umherirren, dadurch viel zu spät ankommen und den anderen das Wochenende versauen.
  2. Ich könnte einen Unfall haben, was meinen Mitfahrer überfordert und sterben.
  3. Ich finde nicht rechtzeitig eine Tankstelle.
  4. Ich könnte durch die Kurven eiern und wäre ein schlechtes Vorbild.
Alles Quatsch? Vielleicht. In meinem Kopf sah ich die Bilder zu den Ängsten und zwar sehr real. Das ist so ähnlich, wie mit einem unangenehmen Telefonat, vor dem man sich ewig drückt. Obwohl einem, bei genauem Hinschauen, am Telefon nichts passieren kann. Die Angst davor, etwas blödes zu sagen, jemanden zu verletzen, Schuldgefühle zu bekommen, weil etwas passiert, das man nicht wollte u.s.w, u.s.w.. Oder mit  einer Person, der man bewußt aus dem Weg geht. Man führt mit ihr Dialoge im Kopf und verliert den Kontakt zum Wesentlichen - zu sich selbst und seinen eigenen Bedürfnissen die hinter der Angst stecken.

Bei mir meldete sich aber auch noch ein anderes Gefühl. Es war die Sehnsucht nach Unabhängigkeit, der Wunsch danach, Verantwortung zu übernehmen, den Fortschritt und den Erfolg zu spüren. Und das gelingt mir nur, wenn ich meine Ängste überwinde.

Also, habe ich mir vor Augen geführt, was ich alles kann:
  1. Meine Kurventechnik ist gut. Die habe ich in zahlreichen Sicherheitstrainings geübt.
  2. Ich komme in jeder Gruppe mit und wenn es mir zu schnell wird, traue ich mich, es in der Pause zu sagen (was schon lange nicht mehr vorgekommen ist).
  3. Ich bin im ADAC und spreche ein wenig Französisch (falls wir im Elsass liegen bleiben). Ich kann mir also helfen.
  4. Ich kann eine Karte lesen und kenne sogar Teilstücke der Strecke.
  5. Wir sind zu zweit und es ist keine Schande sich zu verfahren.
Mit diesen Gedanken fühle ich mich gestärkt und freue mich auf meinen ersten Einsatz als Tourguide.

Tja, und was soll ich sagen, es hat alles geklappt. Wir hatten ein tolles Wochenende, sind eine wunderschöne Strecke hin und zurück gefahren, haben sogar eine "route barré" genommen (es war Sonntag), eine Eispause an einem erfrischenden Badesee eingelegt und sind glücklich wieder daheim gelandet.

Sonntag, 13. Juni 2010

Jogger und Hundebesitzer - Feindschaft muss nicht sein

Heute morgen war ich mal wieder joggen. Meine Hausstrecke, erst durch den Ort, dann über die Schneckenbrücke, durch ein Wohngebiet und schließlich durch ein großes Feld. Wenn ich früh unterwegs bin, habe ich hier schon mal ein Reh gesehen, Reiher am Fluss und freilebende Gänse. Auch Menschen mit Hunden sind unterwegs.

Leider sind diese oft nicht gut erzogen - die Hunde. Sie rennen rum, bellen, und hören kein bisschen auf das Rufen ihrer Besitzer. So auch heute morgen. Der Besitzer hat mich gesehen, als ich von hinten gemütlich angejoggt kam. Der Hund auch. Als ich an dem Mann vorbei kam, sprang der Hund natürlich ohne Leine lustig auf dem Weg herum und war vom Rufen seines Herrchens völlig unbeeindruckt.

Da ich mit Hunden schon schlechte Erfahrungen gemacht habe und mir klar war, dass es sich hier um die klassische der-nacht-nix-der-will-nur-spielen-Nummer handelt, habe ich mein Tempo vom Joggen ins Gehen verlangsamt. Ich bin kein Spielobjekt für Hunde und will auch nicht angesprungen, verbellt, vollgesabbert oder gar gebissen werden.

Nach meiner Bemerkung, dass dieser Hund ja super auf sein Herrchen höre, empörte sich dieses, von wegen, der Hund höre so gut wie manches Kind und sei auch gar nicht an mir interessiert und ich wäre agressiv und überhaupt, stünde geschrieben (woauch immer), dass Jogger bei Hunden langsam machen müssen (was ich ja zu meiner eigenen Sicherheit auch getan habe). Bisher bin ich allerdings auch nochnie von einem Kind gebissen worden und zweitens wenn überhaupt etwas geschrieben steht, dann ist es, dass Hunde an der Leine zu führen sind, vor allem dann, wenn sie nicht gehorchen.

Der Hundebesitzer zeigte sich völlig uneinsichtig auch auf meinen Einwand, dass ich Angst hätte. Der Hund hat mir letztendlich nichts getan. Doch ich ärgere mich über verantwortungs- und rücksichtslose Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner nicht erziehen. Hätte der Hund brav sitz neben seinem Herrchen gemacht, wäre ich entspannt vorbeigejoggt, hätte freundlich gegrüßt und mich bedankt - für das Verständnis und die Übernahme von Verantwortung. So aber haben wir uns beide geärgert und ich meinen Schnitt versaut.

Tipp für Hundebesitzer: Hilfe ein Jogger

Dienstag, 1. Juni 2010

Frauen-Power bei RTS-Racing

Der österreichsiche Rennveranstalter RTS Racing, gegründet und geführt von Andrea Kriechbaumer, will mehr Frauen motivieren, auf der Rennstrecke zu fahren. Dazu bietet er ein attraktives Angebot:
  • Frauen bekommen ab sofort auf alle Termine 25% Rabatt + Instruktor
  • Ab 4 Frauen gibt es eine BOX GRATIS + Instruktor
  • Im Büro erwarten euch Frühstück und Kaffee
  • 2 Spritzer gratis zur Samstagabend Party

    Mehr Infos findest du auf www.rts-racing.com
    (Quelle: www.speedladies.com)

    Fahren auf der Rennstrecke macht nicht nur tierisch Spaß, sondern bringt auch Erfahrungswerte für die Sicherheit auf der Straße. Ich selbst war vor zwei Jahren in Anneau du Rhin, wo auch das Titelfoto des Blogs aufgenommen wurde, und kann Euch ein solches Training nur wärmstens ans Herz legen. Ich konnte dort an meiner Blickführung arbeiten und sehen, was mein Motorrad alles kann. Heute fühle ich mich in Kurven und in Schräglage sicher. Das Training auf der Rennstrecke hat dazu einiges beigetragen.